Deutscher Kongress für
Laboratoriumsmedizin 2020

»Laboratoriumsmedizin begleitet Leben«

17. Jahrestagung der DGKL e. V. und 4. Fachtagung für Biomedizinische Analytiker/-innen des DVTA e. V.

15. bis 16. Oktober 2020
CC Rosengarten, Mannheim

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Laboratoriumsmedizin begleitet Leben“, so lautet das Motto der 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, die zusammen mit der 4. Fachtagung für Biomedizinische Analytiker/-innen des DTVA am gewohnten Veranstaltungsort in Mannheim vom 15. bis 16. Oktober 2020 stattfinden wird.

Wenige Wochen vor dem Kongress wird der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit feierlich begangen. Die friedliche Wiedervereinigung der beiden deutschen Teile empfinde ich, Matthias Nauck, nach wie vor als großes Geschenk, auch hat sie meinen beruflichen Lebensweg sehr stark geprägt. Vor diesem …

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Hintergrund freue ich mich, dass Herr Professor Dr. Michael Hecker, unter anderem Mitglied der Leopoldina, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung über seine Erfahrungen aus der Wendezeit an der Universität Greifswald berichten wird.

Gerade in den neuen Bundesländern hat sich seit 1990 sehr viel verändert und es wurden zum Teil moderne und leistungsfähige Strukturen für die Wissenschaft geschaffen.
„Laboratoriumsmedizin begleitet Leben“. Häufig ist ein positiver Schwangerschaftstest der erste objektive Nachweis für das Heranwachsen eines neuen Menschen. Nach der Geburt ist in Deutschland das Neugeborenenscreening für alle Neugeborenen etabliert, in dem angeborene Erkrankungen und Stoffwechselstörungen detektiert werden. Bei frühzeitiger Behandlung können die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessert werden. Im weiteren Verlauf des Lebens haben wir alle immer wieder Berührungspunkte mit der Medizin, in denen in sehr vielen Fällen auch laboratoriumsmedizinische Untersuchungen eine entscheidende Rolle spielen. Dies gilt sowohl für präventive als auch akute Untersuchungen im Krankenhaus, wenn Diagnosen rasch gestellt und Therapien eingeleitet werden müssen.
Darüber hinaus tragen spezifische laboratoriumsmedizinische Untersuchungen dazu bei, seltene und unklare Erkrankungszustände zu diagnostizieren.

Seit einigen Jahren wird viel von der sogenannten Präzisionsmedizin, individualisierten Medizin oder stratifizierten Medizin gesprochen. In diesem Zusammenhang sehen wir große Möglichkeiten aber auch Herausforderungen auf die Laboratoriumsmedizin zukommen. Wir müssen mit unserer Analytik dazu beitragen, die abgestuften therapeutischen Maßnahmen durch eine adäquate Diagnostik zu unterstützen. Dies setzt voraus, dass unsere in den medizinischen Laboratorien eingesetzten Messverfahren den medizinischen Anforderungen entsprechen. Gemeinsam mit der diagnostischen Industrie müssen in den Themenbereichen Weiterentwicklungen initiiert und umgesetzt werden, in denen die verfügbaren technischen Voraussetzungen dazu noch nicht ausreichen. Dabei geht es sowohl um die klassischen Laboranalysen, einschließlich der patientennahen Sofortdiagnostik, als auch um eine Reihe von neuen Messverfahren. Mit der Anwendung neuer Technologien in der Medizin können umfangreiche Daten, z.B. aus dem Spektrum der OMICS-Technologien, gewonnen werden. Hier müssen in der nächsten Zeit neue Ansätze Einzug halten, um die relevanten Informationen aus den umfangreichen Datensätzen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in einfacher und verständlicher Form zur Verfügung zu stellen. Damit dürfte die herkömmliche Befundstruktur, die Messgröße für Messgröße zeilenweise abbildet, der Vergangenheit angehören.

Die Qualität laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen wird in Zukunft weiter steigen müssen, um im Wettstreit mit anderen diagnostischen Verfahren – wie z.B. der Bildgebung – zu bestehen und ihren Stellenwert ausbauen zu können. Dafür ist ein schlankes und wirkungsvolles Qualitätsmanagement essentiell, in dem Elemente wie Peer Reviews zur Verbesserung beitragen können.

Entscheidend für den Stellenwert der Klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin ist, dass wir unseren klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen aufzeigen, welchen Nutzen unsere Arbeit für sie und damit für unsere Patienten stiftet. Daher ist es uns ein Anliegen, in diesem Kongress die Interdisziplinarität mit anderen klinischen Fächern zu stärken und den Dialog auszubauen. Vor diesen Hintergründen werden folgende Schwerpunkte bei der 17. Jahrestagung eine besondere Rolle spielen:

• Messgüte laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen vor dem Hintergrund der medizinischen Anforderungen
• Translation der OMICS-Technologien in die Krankenversorgung
• Anforderungen an Befunddarstellungen bei komplexen laboratoriumsmedizinischen Daten
• Qualitätsmanagement und Peer Review
• Interdisziplinarität als Schlüssel einer zukunftsweisenden Krankenversorgung

Nachdem in den letzten Jahren die interne Struktur der DGKL durch die Schaffung von Kompetenzfeldern neu aufgestellt wurde, freue ich mich als Präsident der DGKL ganz besonders, dass in diesem Jahr wichtige Bestandteile des Kongresses durch die Sprecher der Kompetenzfelder und den zugehörigen Sektionen gestaltet worden sind. Dies zeigt, dass sich viele engagierte Mitglieder der DGKL in den wissenschaftlichen Kongress einbringen und wir versuchen, unterschiedliche Bedürfnisse zu adressieren, die sowohl Themen der Grundlagenforschung als auch der unmittelbaren klinischen Anwendung betreffen.

Im Rahmen der 4. Biomedizinischen Fachtagung bietet der DVTA für MTLA mit Vorträgen, Seminaren und Workshops eine Plattform zur Weiterbildung in unterschiedlichen Bereichen. Techniken wie Massenspektrometrie und molekulare Diagnostik sowie Bioinformatik und Automation revolutionieren zunehmend unser Handlungsfeld. Die Komplexität unserer diagnostischen Verfahren fordert zum einen den intensiven interdisziplinären Austausch, zum anderen auch ein gutes Management, besonders von MTLA-Leitungen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Kompetenzen zu erweitern und Ihr Netzwerk auszubauen.
Wir freuen uns darauf, Sie in Mannheim begrüßen zu dürfen und wünschen uns allen eine inhaltsreiche Tagung, aus der wir nicht nur neue fachliche Aspekte mitnehmen, sondern auch das gemeinsame Miteinander positiv erleben dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Prof. Dr. med. Matthias Nauck
(Tagungspräsident DGKL e. V.)

Ihre
Christiane Maschek M.A.
(Tagungspräsidentin DVTA e. V.)
Prof. Dr. med. M. Nauck
Christiane Maschek M.A.

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Abstract-Einreichung bis 15.06.2020

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